Stellungnahme zu den Vorfällen in der Sporthalle Isselhorst

Der auf eine hundertjährige Tradition blickende TV Isselhorst ist als Mehrspartenverein zu einer fast 1.000 Mitglieder zählenden Säule des Gemeinwesens für unseren Gütersloher Ortsteil herangewachsen. Nicht nur ein hochmotiviertes und qualifiziertes Trainerteam, sondern insbesondere das auf Gemeinschaft, Toleranz und Akzeptanz basierende Vereinsleben wird hierbei auch von unzähligen ehrenamtlichen Stunden getragen.

Umso schockierender sind die Vorwürfe des Vandalismus, Sexismus und Rassismus, die im Zusammenhang mit unserer Handball Oberligamannschaft gegen unseren Verein erhoben werden. Nicht als Lippenbekenntnis, sondern als Leitfaden für unsere vergangene und auch zukünftige Vereinsarbeit können wir nur mit allem Nachdruck versichern, dass wir uns nicht nur von jedweder Form von Gewalt, Sexismus und Rassismus distanzieren, sondern mit unserer Arbeit diesen weiterhin entgegentreten werden.

Es liegt im Vereinsinteresse, dass die Vorfälle lückenlos aufgeklärt werden. Der Verein wird alles ihm mögliche Veranlassen, um eine schnelle Aufklärung zu unterstützen. In unseren Gesprächen mit der Stadt besteht Übereinstimmung, dass die Bewertung und Verurteilung von in der Presse kommunizierten Vorfällen keinen Raum für Bewertungen lassen, sondern uneingeschränkt zu verurteilen ist. Auch (stark) Alkoholisierte müssen zur Verantwortung gezogen werden. Ihnen muss verständlich gemacht werden, dass nicht ihre gegebenenfalls verminderte oder verlorene Wahrnehmungsfähigkeit ausschlaggebend für die Bewertung ihres Verhaltens sein kann.

Gleichwohl ist ein wesentliches Grundprinzip unseres Gemeinwesens auch die Unschuldsvermutung. Exhibitionistische Handlungen, rassistische und bedrohende Äußerungen gegenüber Reinigungspersonal, auch wenn diese im Suff erfolgen, sind nicht zu tolerieren, vom Geschehen und Umfang her aufzuklären und sowohl straf- als auch vereinsrechtlich sodann zu sanktionieren.

Wir haben im uns angegebenen Tatzeitraum anwesenden Personen ausfindig gemacht und diese aufgefordert, die Geschehnisse und Vorfälle, wie von ihnen wahrgenommen, gegenüber der Polizei zu bezeugen, damit Verhalten und Verantwortliche festgestellt werden können. Die Angst vor einer Vorverurteilung Anwesender darf angesichts der massiven, im Raum stehenden Vorwürfen nicht dazu führen, dass Beiträge, die zur Aufklärung der abweichenden Schilderungen der Geschehnisse weiter verzögert oder unmöglich gemacht werden. Selbstverständlich tragen wir alle uns vorliegenden Informationen für die Polizei zusammen.

Unabhängig davon führt uns dieser Vorfall mit aller Härte vor Augen, dass Sport in der Gemeinschaft für Teamgeist und Gemeinwesen wichtig sind, gleichwohl im Zusammenspiel mit (übermäßigem) Alkoholgenuss auch Risiken und Gefahren birgt, denen wir uns als Verein stellen müssen. „Partyexzesse“ kurz vor Mitternacht vier Stunden nach Spielende in unserer Sporthalle zeigen uns auf, dass wir uns dieser Aufgabe in der Vergangenheit nicht ausreichend gestellt haben, so dass auch wir als Verein nicht nur Mitverantwortung tragen, sondern nunmehr gefordert sind, diese Versäumnisse schnellstmöglich aufzuarbeiten.

Wir können uns daher zum jetzigen Zeitpunkt nur bei allen Reinigungskräften, die sich durch die Vorfälle angegriffen und bedroht gefühlt haben, im Namen des TV Isselhorst entschuldigen. Wir wissen sehr wohl, welche Mehrarbeit insbesondere der leistungsbezogene Handballsport mit der „Harzkugel“ für die Instandhaltung der Sporthallen bedeutet und bedanken uns für ihre gute Arbeit, die letztlich die Voraussetzungen für die Vielfalt des Sportangebotes in unserem Verein schafft. Wir dulden und werden Exzesse, so wie diese offensichtlich stattgefunden haben, nicht dulden oder tolerieren.

Gabi Neumann für den Vorstand des Turnverein Isselhorst

Isselhorst, den 03.04.2022

Bitte gönnt mir ein paar persönliche Worte!

Liebe Vereinsmitglieder, Übungsleiter, Trainer, Helfer und Förderer des TV Isselhorst!

Ich glaube niemand ist mehr entsetzt über die Vorfälle in der Sporthalle als wir. Daher gönnt mir ein kurzes persönliches Wort.

Das, was da vorgefallen ist, das ist nicht der TV Isselhorst, sondern das Ergebnis von Übermut gepaart mit übermäßigem Alkoholgenuss und einem enormen Maß an „Dummheit“ einiger weniger.

Selbstverständlich werden wir uns nicht vor der Verantwortung „drücken“ und werden reflektieren ob wir in der Vergangenheit vielleicht auch Fehler begangen haben, so dass so etwas überhaupt geschehen konnte.

Dessen könnt ihr sicher sein, dass wir bestrebt sind diese Vorgänge lückenlos aufzuklären.

Aber!

Meine Bitte an Alle! Verurteilt nicht einen gesamten Verein mit all seinen über viele Jahre ehrenamtlich und vorbildlich arbeitenden Übungsleitern und Trainern.

Wie gesagt! Das ist nicht der TV Isselhorst!

Gabi Neumann